/ Geschichte

dummy1 Die Theatergemeinde Frankfurt feierte 2001 mit über 800 Mitgliedern ihr 50jähriges Jubiläum. Die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Theatergemeinde haben wir hier für Sie festgehalten.

Gründung des Bühnenvolksbundes 1919

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand unter dem Leitwort: „Wiederbegegnung von Kirche und Kultur“ eine Bewegung, die die Öffnung zur Welt hin und die Mitgestaltung der geistigen und künstlerischen Lebensbereiche wollte. Das Bestreben, eine Besuchergemeinschaft neben den traditionellen Abonnenten zu organisieren, führte am 8./9. April 1919 in Frankfurt zur Gründung des Bühnenvolksbundes, der „Vereinigung zur Theaterpflege in christlich deutschem Volksgeist“. Nachdem die Geschäftsstelle von Frankfurt am Main nach Berlin verlegt worden war, regte sie den Aufbau örtlicher Gruppen und Landesverbände an, die sich über das gesamte Reichsgebiet verteilten. Die Arbeit des Bühnenvolksbundes fand in kurzer Zeit ein starkes Echo. Den Mitgliedern wurden verbilligte Karten zum regelmäßigen Besuch des Theaters vermittelt und Stückeinführungen und Mitteilungsblätter zugestellt. Im eigenen Verlag erschienen Schriften zu den verschiedensten Themen. Sie informierten nicht nur über Neuerscheinungen auf dem Gebiet des Dramas und anderer Bühnenliteratur, sondern gaben auch umfangreiches Laienspielangebot und kunsterzieherische Schriften heraus. Die Maßnahmen nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus im Jahre 1933 beendeten die Arbeit der Besucherorganisation. Die Nachfolge hat der "Bund der Theatergemeinden e. V." mit Sitz in Bonn angetreten.

Nachkriegsgründung

Nach dem Zusammenbruch 1945 dauerte es fünf Jahre bis sich mit dem wiederauflebenden Theater auch sein Publikum zu neuen Organisationen zusammenschloss. Örtliche Neugründungen gab es zunächst nur in den Städten der „westlichen Zone“. 1951 entstand in Frankfurt eine christlich orientierte Besuchergemeinde, die heute unter dem Namen Theatergemeinde bekannt ist. Sie knüpfte an die Traditionen des seit 1933 verbotenen Bühnenvolksbundes an. Die Theatergemeinde Frankfurt e. V. wurde von Fritz Kroeger, Dr. Hans Kallenbach, Georg Wüst, Walter Kampe, Dr. Zenetti, Georg Delliehausen, Pfr. Dr. Wolfgang Böhme, Probst Karl Goebels, Studentenpfarrer Ottmar Dessauer und Stadtpfarrer Prälat Aloys Eckert gegründet. Ihre Ziele sind immer wieder neue Menschen für das Theater zu begeistern und durch angemessene Preise den Theaterbesuch auch zu ermöglichen. Anfängliche Schwierigkeiten ergaben sich dadurch, dass in Frankfurt bereits die Besucherorganisation der Freien Volksbühne mit einer großen Mitgliederzahl bestand. So verhandelten die Theater nur mit der mitgliederstarken Freien Volksbühne, an die sie die Theater- und Konzertkarten abgaben. Dies hatte zur Folge, dass die Theatergemeinde Frankfurt e. V. die Karten für ihre Mitglieder 18 Jahre lang nur über die Freie Volksbühne beziehen konnte. Mit der Gleichstellung beider Besucherorganisationen 1970 konnte die Theatergemeinde Frankfurt e.V. erstmalig eigene Absprachen mit den Bühnen tätigen. Die beiden langjährigen Vorsitzenden Fred Benend (1953-1981) und Josef Fischer (1982-1993) wussten der Übermacht der Freien Volksbühne immer wieder standzuhalten. Seit 1997 gibt es in Frankfurt keine Freie Volksbühne mehr – die Theatergemeinde besteht bis heute mit über 1000 Mitgliedern. Das Angebot umfasst heute weit mehr als nur den „klassischen“ Theaterbesuch. So stehen Oper, Tanztheater, Kabarett, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater und Konzerte auf unserem Spielplan. Zudem bieten wir zahlreiche weitere kulturelle Aktivitäten wie Museumsführungen, Vorträge, Lesungen und informieren über Vorstellungen und Spielstätten.

Festschrift

Möchten Sie mehr über die Geschichte der Theatergemeinde wissen? Anläßlich der 50 Jahrfeier hat die Theatergemeinde Frankfurt e. V. eine Chronik herausgegeben, die Sie in der Geschäftsstelle anfordern können.